Defekte Platte und meine Erfahrung mit AMD RAIDXpert

Vorgestern Abend hat mal wieder eine Festplatte (Samsung Spinpoint F1) den Geist aufgegeben. Nach gerade einmal 2 12 Jahren! Die Samsung-Platten sind auch nicht mehr was sie einmal waren. Ich hatte den Rechner aus dem Standby-Betrieb wieder hochgefahren und zunächst dachte ich noch an ein Lüfter-Problem,  weil ich das Geräusch nicht zuordnen konnte. Aber dann war es doch klar.

Zum Glück habe ich meine Platten schon seit Jahren immer als RAID 1-Array konfiguriert und so lief der Rechner erst einmal einfach weiter. Es ist zwar kein vollwertiges RAID, weil diese Onboard-Controller nur ein sogenanntes HostRAID oder FakeRAID bieten, aber immer noch besser als ein Datenverlust.

Weil mich das Geräusch doch zu sehr nervte habe ich den Rechner runtergefahren und die Platte abgeklemmt. Nur beim Hochfahren hat dann erst mal Windows 7 gestreikt: schwarzer Bildschirm und blinkender Cursor …

Also die Windows 7 Rettungs-CD (alternativ kann man auch die Installations-CD verwenden) eingelegt und davon hochgefahren. Merkwürdigerweise erkannte die CD keinen Fehler in der Boot-Konfiguration. Na gut, ab in die Konsole und mit diskpart erst mal geschaut ob die Partitionen noch angezeigt werden. Alles OK. Dann erst mal das Übliche versucht: Masterboot Record und Boot Sector wiederherstellen. Vor Windows 7 gab es dafür 2 separate Tools, jetzt geht das alles mit bootrec:

bootrec /FixMbr
bootrec /FixBoot

Sicherheitshalber habe ich noch mit diskpart die Boot-Partition auf active gesetzt. Aber nach dem Neustart wollte Windows 7 immer noch nicht booten. Die Meldung änderte sich aber auf “BOOTMGR.EXE not found”. Also noch einmal in die Konsole und parellel dazu gegoogelt. Die Lösung war dann, die Boot-Manager Informationen neu zu schreiben. Geht auch mit bootrec:

bootrec /RebuildBCD

Dann fuhr Windows wieder hoch und gleich eine neue Platte bestellt. Sicherheitshalber wieder eine Spinpoint mit 1 TB. Dabei erst mal kräftig geärgert, weil die Platte doch glatt 40 € teurer ist als Mitte 2009.

Heute Morgen hatte ich sie dann in den Händen und dann gleich eingebaut. Aber wie bekomme ich das Array jetzt wieder repariert? Über das BIOS des Controllers konnte ich es schon mal ganz vergessen. Infos gleich Null. Also Windows gestartet und AMDs RAIDXpert gestartet. Das Tool ist ein Dienst, der einen Mini-Webserver startet, und wird per Browser bedient.

Das defekte Array und die Platte wurden angezeigt, aber wie jetzt die Platte dem Array zuweisen? Die Funktion zum “Rebuilden” ist nicht verfügbar. Erste Idee: Array erst mal löschen. Aber nach der Warnung, das dabei die Daten gelöscht werden, habe ich das dann doch mal besser gelassen. Schließlich fiel der Groschen: die neue Platte wurde als JBOD (Just a Bunch Of Disks) und nicht als freies Laufwerk (Spare Drive) angezeigt. Also den JBOD-Zustand entfernt und “schon” war die Option zum Rebuild des Arrays verfügbar. Diesen gleich angeschmissen und 6 Stunden später war mein Array dann wieder voll funktionsfähig.

Das könnte man auch intuitiver machen oder zumindest in den Hilfetexten eine Beschreibung liefern. Aber dieses RAIDXpert-Tool hat noch weitere Macken. Es prüft zwar regelmäßig via SMART den Zustand der angeschlossenen Festplatten, aber die Benachrichtigung bei Problemen geschieht ausschließlich per Email. Nur dummerweise kann man nur einen Mail-Server aber keine Anmeldeinformationen konfigurieren. Wer nutzt denn noch einen SMTP-Server, bei dem keine Anmeldung nötig ist, frage ich mich. Bleibt also nur eins: zukünftig einmal die Woche das Tool starten und nachschauen ob es irgendwelche Meldungen gibt.

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